Mittwoch, 19. August 2020
Die tanzenden Elche
Erstellt von kraehenpost um 17:08
An einem Fluss im fernen Norden
Grasten Elche. Echt! In Horden!
Das ist sehr verwunderlich,
Weil Elche, wie der Volksmund spricht,
Solisten sind. Ganz "elchallein"
Will auch im Norden niemand sein.
Nun, wie auch immer, diese Elche
War'n der leutseligen welche
Und sie grasten, wie gesagt,
Am Fluss, als grade es getagt.
Denn Elche LIEBEN Dämmerung!
Die gibt den Tieren richtig Schwung.
Man hat schon welche tanzen sehn
Im Abendrot, kurz nach halb zehn.
Doch uns're Exemplare nun
Hab’n bloß gegrast, was Elche tun,
Wenn sie ein rechter Hunger plagt.
Dann grasen sie. Und niemand wagt,
Den Elchen hierbei hinderlich
Im Weg zu sein. Drum schinde ich
Auch keine Zeit hier im Gedicht.
Sah zu, dass ich von dannen schlich,
Damit der Elche Zorn schnell wich.
(Hab später noch mal nachgeschaut:
Ja, Elche tanzen. Schlecht. Und laut.)
Dienstag, 18. August 2020
Der Bauer und der Tod
Erstellt von kraehenpost um 22:22
Es lag im fernen Brønnøysund
Ein Bauernhof. Der schön war und
Auch alt. So wie der Bauer selbst.
Ein weiser Mann. Das klingt gestelzt?
Vielleicht. Doch es ist trotzdem wahr.
Denn als der Mann sein Ende sah
In Form von einer großen Flut
Auf der der Tod ritt (ziemlich gut!),
Da rief der Bauer: "Geilomat!
Der Tod ist hip! Und kühn! Und smart!
Mit diesem Typen geh ich gerne
In die Kiste. Oder Ferne."
Und Gevatter Tod war cool.
Beruhigt' die Flut, schnappt' sich 'n Stuhl
Und trank zusammen mit dem Bauern
Selbstgebrannten. Zum Verdauen.
Eine "pinne" wie man sagt
Am Brønnøysund. Wo niemand klagt
Und niemand lange lamentiert.
"Bereit?"
"Bereit."
Der Bauer stirbt.
Und niemand in der Gegend hat
Das Grab geseh'n, die Ruhestatt.
Und niemand kennt des Bauern Sterne.
In der Kiste. Oder Ferne.