Krähenpost
Sonntag, 13. September 2020

Violkas Opa

Wir haben sehr viel an Violka gedacht Zuletzt Und wenig nur an ihren Opa

Wir haben gehofft und gebangt bis zuletzt Bis jetzt Ein Telefon läutet. Die Kunde vom Ende Sie eilt durch Europa Ein Leben verschwendet Violka: Sie schläft Ganz ruhig. Im allergemütlichsten Zimmer Vom Opa Doch Lenka ist „Opa?“ „Violka! Wir wussten, es endet… Schlaf weiter.“ Ist tot, ist „Opa, wer schreit da?“ „Violka, die Mama…" Ist Lenka ist tot weil sie Krebs hatte „Mama hat Krebs. Wir wussten es…“ Und statt am Bett seiner einzigen Tochter Sitzt Opa am allergemütlichsten Bett hier im Allergemütlichsten Zimmer Der alte gemütliche Opa Sitzt hier bei Violka, er hat heut’ - selbst heute! Sehr viel an Violka gedacht Er wird ihr noch so viele Jahre Noch so viele endlose Jahre muss er ihr erzählen Von Lenka der einzigen Tochter der einzigen Mutter Von Lenka die heute an Krebs und obwohl er schon Gütig und alt und gemütlich ein Opa ist Weint er und flucht er und schreit er sie alle an Außer Violka, die aussieht wie Lenka nur ohne den Krebs Im Gesicht und er weint und er hat seine Lenka verloren Zuletzt hat die Kunde vom Ende geläutet Sie eilt’ durch Europa Und alle sie denken heut nur an Violka Bis jetzt Und wenig nur an ihren Opa